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Simone Morgenthaler
„Im Garten meiner Mutter. Chronik eines Abschieds“

Berlin 2013

„Du bist eingeschlafen in deinem Bett, mit offenen Händen. Sie lagen da wie kleine Schalen des Friedens. Und du hast einfach vergessen, wieder aufzuwachen.“

Die Mutter stirbt, ohne krank gewesen zu sein. Krankheiten beinhalten den Segen der Vorwarnung. Die Tochter findet sie in ihrem Bett, in der vertrauten Umgebung des Elternhauses.
Das Buch schildert das Leben der Mutter im Elsaß, in Haus und Garten, für die Familie, durch die zutiefst liebevollen Augen der Autorin. Simone Morgenthaler schreibt den Text, ihre Schwester Denise Morgenthaler fügt Gedichte hinzu.
Der Text läßt uns teilhaben an Kindheitserinnerungen. An Erlebnissen und Beobachtungen im Haus und bei der Gartenarbeit in dem Jahr nach dem Tod der Mutter.
Die innige Verbindung berührt mich. Simone Morgenthaler schildert, wie sie plötzlich Haarbüschel der Mutter findet, im Garten zwischen den Pflanzen, in der Asche des Herdes in der Küche. Sie läßt uns teilhaben an den Gewohnheiten der Mutter. Die Stiefmütterchensamen, die sich in einer Falte von deren Handtasche finden. Die Mutter sammelt die Samen, wenn sie von der Schönheit einer Pflanze berührt ist.
Eine Kindheit in den 50er Jahren. Die Kleider werden selbst genäht, die Strümpfe gestrickt. Der Garten ernährt die Familie. Nichts wird weggeworfen. Kleider die unansehnlich werden, werden zu Schürzen umgearbeitet, bis sie zu Putzlappen mutieren.
Und immer dieser liebevolle Blick.
„Du hinterläßt so viel Schönheit, dass ich dich umarmen möchte, heftiger denn je.“

Das Buch berührt mich immer wieder, ich habe es mehrmals gelesen. Die Liebe und Vertrautheit zwischen Töchtern und Mutter, die Liebe der Mutter zur Natur, zum Garten.
Es ist ein ruhiges Buch. Lesen Sie es, wenn Sie sich gerade mit Ihrer Beziehung zu Ihrer Mutter beschäftigen als Inspiration.
Dr. Ditta Gehrmann